Jetzt auch Firmengründer Biehl in Privatinsolvenz

Berlin, 08.02.2014 – Infinus-Pleite – Zwei Motorboote, 16 Luxusuhren, 5 Autos, 24 Goldbarren, prall gefüllte Bankkonten,  mehrere Lebensversicherungen und Immobilien – wer hierbei an ein sorgenfreies Leben in der obersten Gesellschaftsetage denkt, liegt anscheinend falsch.

Denn diese Wertgegenstände hat die Staatsanwaltschaft auf der „Liste der sichergestellten Gegenstände“ im Ermittlungsverfahren INFINUS/FUBUS festgehalten unter dem Namen Jörg Helmold Biehl, geb. am 18.09.1961, nach Vollstreckung eines Untersuchungshaftbefehls wohnhaft derzeit JVA Dresden, Hammerweg 30, 01127 Dresden. Ermittelt wird wegen Betruges zu Lasten von ca. 25.000 Anlegern der INFINUS/FUBUS-Gruppe mit einem geschätzten Schaden von 800 Mio Euro. Und dieses Ermittlungsverfahren hat, noch bevor die Entscheidung über eine Anklageerhebung gefallen ist, schon zu einem Vermögensverfall des Herrn Biehl geführt.

Denn die von den Ermittlungsbehörden sichergestellten Gegenstände sind allenfalls einen Bruchteil des potentiellen Schadens wert, so dass Biehl nunmehr die Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens vor dem Amtsgericht Dresden beantragt hat. Das Gericht teilte am 03.02.2014 das Aktenzeichen: 532 IN 204/14 für das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen des Jörg Biehl, geb. 18.09.1961, Hammerweg 30, 01127 Dresden mit, vorläufiger Verwalter ist Dr. Bruno Kübler, Nieritzstraße 14, 01097 Dresden. Dieser betreut auch das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Future Business KGaA (FuBus), dem Hauptunternehmen der INFINUS-Gruppe.

Die FuBuS hat einen Großteil der Anleihen und Genussrechte ausgegeben, die jetzt für viele Anleger in einem Totalverlust zu enden drohen. Biehl ist Gesellschafter der FuBus und deren geschäftsführender Kommanditist.

„Damit sind auch die Möglichkeiten der Anleger, durch Arrestpfändungen und Einzelzwangsvollstreckungen in das Vermögen des Herrn Biehl ihre Schäden zu kompensieren, entfallen. Man wird jetzt hier wie im Verfahren der Fubus auf die Formulare zur Forderungsanmeldung durch den Insolvenzverwalter warten müssen, um dann evtl. noch eine Quote im Insolvenzverfahren zu bekommen“, informiert Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke aus Berlin.

Es bleibt abzuwarten, ob auch die anderen inhaftierten Manager der INFINUS-Gruppe den Weg in die Privatinsolvenz wählen.

Betroffene Anleger können sich gerne an die Infinus-Anlegerschutzallianz wenden, Ansprechpartner sind Rechtsanwälte Christian-H. Röhlke und Dr. Sven Tintemann unter info@hilfe-infinus.de