Infinus – Pleite: Anleger sollten handeln – Windhundrennen ist eröffnet

Die Future Business KGaA (FuBus) und ihr Tochterunternehmen Prosavus AG sind nach einer spektakulären Razzia der Staatsanwaltschaft in die Insolvenz gegangen. 25.000 Anleger fragen sich, wie sie jetzt am Besten handeln, um ihre Ansprüche zu wahren. Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke von der Anlegerschutzallianz Infinus rät zu zügigem Handeln.

Anleger der INFINUS-/ FuBus-Gruppe sollten keine Zeit verlieren.

Zwar ist für die FuBus und die Prosavus AG das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet und eine Anmeldung der Forderung im Insolvenzverfahren derzeit noch nicht möglich, es empfiehlt sich dennoch, sich auf die Anmeldung vorzubereiten. Denn ein Großteil der Opfer hat nachrangige Forderungen erworben – Genussrechte oder Nachrangdarlehen. Diese stehen im Rang in der Insolvenz hinter den Orderschuldverschreibungen und werden, wenn überhaupt, erst in einer zweiten Runde zur Insolvenztabelle angemeldet werden können. „Für diese Anleger ist die Gefahr des Totalverlustes am Größten,“ warnt Rechtsanwalt Röhlke aus Berlin.

Allerdings sieht er eine Möglichkeit, die Rangstelle in der Insolvenz zu verbessern: „Sofern der Anleger Schadensersatz wegen fehlerhafter vorvertraglicher Aufklärung geltend machen kann, dürfte dieser Anspruch gleichrangig neben den Orderschuldverschreibungen stehen – diese Ansprüche müssen aber bei der Anmeldung besonders begründet werden, so dass die Einschaltung eines sachkundigen Anwaltes ratsam ist.“

Daneben können auch Schadensersatzansprüche bestehen gegen die verantwortlichen Personen, beispielsweise das Management der FuBus. Einige Anleger sollen nach Medienberichten bereits Sicherungsmaßnahmen durchgeführt haben. „Allein die vorläufige Sicherungsmaßnahme bringt dem Anleger allerdings sein Geld nicht zurück. Wer so einen Arrest erwirkt hat, muss später auch ein Urteil in der Hauptsache erwirken, also einen Zivilprozess führen. Hier gilt die Regel: first come, first serve – Anleger sollten also möglichst zügig entsprechende Haftungsklagen einreichen. Sonst nutzt das schönste Arrestverfahren nichts“,  meint Röhlke. Unterstützend sollten die betroffenen Anleger Akteneinsicht in die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft nehmen, wozu allerdings ein Rechtsanwalt vorgeschrieben ist.

Wenig aussichtsreich findet der Jurist dagegen, Klagen gegen die Vermittler anzustrengen. Diese  Vermittler dürften als gebundene Agenten der „blauen Infinus“ gehandelt haben und nicht selbst aus den Beratungsverträgen verpflichtet sein. Sofern keine besonderen Umstände hinzukommen, haften diese nach Ansicht Röhlkes nicht persönlich.

Anders dagegen beurteilt der Fachmann die Lage bezüglich des Haftungsdaches INFINUS Ihr Finanzdienstleister („blaue Infinus“).

„Dieses Haftungsdach ist von den Vermittlern vertreten worden und ist auch vermögens-schadenshaftpflichtversichert, so dass für die Anleger hier wohl noch der solventeste Haftungspartner bereitsteht – vorausgesetzt die Versicherung muss auch zahlen. Klagen gegen die „blaue Infinus“ bereiten wir derzeit vor. Auch hier gilt, da die blaue Infinus nur ein Grundkapital von 800.000,00 € und Rücklagen von 1,4 Mio. Euro im Jahr 2012 auswies, der Grundsatz: wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.