Anlegerskandal Fubus / Infinus – die bisherige Entwicklung

Berlin, 17.01.2014

Die Ereignisse im Zusammenhang mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und der Razzia bei der Infinus / Fubus – Gruppe überschlagen sich nahezu täglich. Wir stellen Ihnen noch einmal die wesentlichen Eckdaten hier zusammen:

Drei wesentliche Unternehmen

Die Fubus / Infinus – Gruppe besteht im Wesentlichen aus drei Unternehmen, die ca. 1 Dutzend Tochterfirmen haben.

1. FuBus – Future Buisness KGaA

Die Konzernmuttergesellschaft ist die Future Buisness KGaA mit einem Konzernbilanzvolumen von fast 825 Mio. Euro in 2012. Zu den Tochtergesellschaften der Fubus KG aA gehören unter anderem die Infinus AG Ihr Kompetenzpartner („Rothe Infinus“), die im Wesentlichen die Vermittlung von Lebensversicherungen übernommen hat. Zu den Vermögenswerten der Future Buisness KGaA zählen im Wesentlichen kurzfristige Unternehmensanleihen sowie Genußrechtskapital. Zu 20% ist die Fubus KGaA an der Prosavus AG beteiligt.

2. Prosavus AG

Die Prosavus AG ist Emissionshaus für weitere Namensgenussrechte gewesen, die eine Verzinsung von 6 – 15 % in Aussicht stellten. Sowohl die Fubus KGaA als die Prosavus AG sind im vorläufigen Insolvenzverfahren.

3. Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut

Drittes Standbein des Infinus-Konzerns ist die „blaue Infinus“ , die Infinus AG Finanzdienstleistungs-institut. Diese Gesellschaft ist nicht in Insolvenz, sie verfügt über eine Erlaubnis zum Vertrieb von Wertpapieren und ist das Haftungsdach für über 800 angeschlossene Vermittler der Infinus. Die Infinus AG verfügt über eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung bei der Allianz, deren Gesamtdeckungssumme bisher unbekannt ist.

Razzia im November 2013 – die Vorwürfe der Staatsanwälte

Nachdem am Dienstag, 05.11.2013 die Geschäftsräume der Infinus / Fubus – Gruppe von 400 Beamten der Staatsanwaltschaft in Dresden durchsucht wurden, wurde bekannt, dass die Strafverfolgungsbehörden wegen Betrugsverdachtes ermitteln. Insbesondere geht es darum, dass in Verkaufsprospekten für Schuldverschreibungen falsche Angaben zur Vermögens- und Ertragslage gemacht wurden. Hintergrund sollen ungewöhnliche Sparplangeschäfte der Fubus KGaA gewesen sein, die die Bilanzen der Infinus – Gruppe entsprechend aufgehübscht hatten. So ist im Konzernjahresabschluss 2012 davon die Rede, dass die Fubus KG aA Sachanlagen per 31.12.2012 in Höhe von über 210 Mio. hält, wobei hiervon 207,3 Mio. Euro als Edelmetallbestand deklariert waren. Allerdings sind 187 Mio. dieser 207 Mio. tatsächlich nicht physisch in Form von Edelmetall vorhanden gewesen, sondern es handelt sich hierbei um vorperiodische Anschaffungsnebenkosten, also Provisionen und Gebühren. Medienberichten zufolge sind diese Provisionen zunächst an den Anbieter eines Edelmetallsparplanes in Österreich geflossen, der einen kleinen Anteil hiervon für sich zurückbehalten hat und den Rest als Provision an den Vermittler zurückbezahlt hat. Dieser Vermittler nun war wiederum eine Konzerngesellschaft der Infinus-Gruppe, die über einen Gewinnabführungsvertrag die Provisionen wieder an den Mutterkonzern FuBus abgeführt hat. Entsprechend sind Umsatzerlöse aus der Vermittlung von Edelmetallsparplänen i. H. v. 154 Mio. Euro in der Konzernbilanz 2012 vermerkt. Über dieses merkwürde Provisionskarussell ist in den Emissionsprospekten nichts zu finden. Der Anbieter der Sparpläne, die Fa. Terra Premium GmbH, hat ihren Sitz in Salzburg, Innsbrucker Bundesstraße 136. Unter derselben Anschrift ist auch die Fa. Protectet Noble Metals GmbH zu finden, deren Managing Director ein Herr Johann Mittel sein soll. Mittel ist auch Gesellschafter der Prosavus AG aus dem Infinus-Konzern.

Ein ähnliches Provisionskarussell, wie mit den Goldsparplänen soll auch mit Lebensversicherungen aufgezogen worden sein. Aktuellen Presseberichten zu Folge sollen hierbei die österreichischen Ermittler auch dem Verdacht der Geldwäsche nachgehen, da die hohen Summen von teilweise über 10.000,00 € an monatlicher Prämie für diese Lebensversicherungen aus nicht geklärten Quellen stammten.

Wie entwickeln sich die Insolvenzverfahren ?

Die Insolvenzverfahren über das Vermögen der Fubus KG aA, der Prosavus AG und der Infinus AG Ihr Kompetenzpartner („Rote Infinus“) sind derzeit noch im vorläufigen Stadium. Mit einer Eröffnung des endgültigen Insolvenzverfahrens ist im Februar 2014 zu rechnen. Gläubiger von Inhaberschuldverschreibungen oder Nachrangdarlehen müssen sich im Zusammenhang mit dieser Insolvenz auf einen Totalausfall ihrer Forderung gefasst machen.