Anleger der Infinus sollten Arrestverfügung beantragen

Der beschlagnahmten Vermögenswerte der verantwortlichen Infinus-Manager sind im Internet veröffentlicht unter www.bundesanzeiger.de. Dort ist unter dem Suchbegriff „Infinus“ und der Rubrik „Gerichtlicher Teil“ die entsprechende Vermögensaufstellung veröffentlicht.

Welche Hoffnung besteht für die betroffenen Anleger und was tun, um Ansprüche zu sichern?

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Sven Tintemann erklärt:“Um an die sichergestellten Vermögenswerte zu gelangen, kann ein Anleger jetzt bei dem zuständigen Amtsgericht Dresden eine Arrestverfügung beantragen. Das sowieso schon sichergestellte Vermögen würde dann noch einmal zugunsten des hier tätig werdenden Anlegers ausgesondert werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Anleger sofort zu seinem Geld kommt. Vielmehr muss der Anleger nach dem Arrestverfahren noch ein Hauptsacheverfahren führen. Erst wenn er hier einen rechtskräftigen Titel in Form eines Urteils oder eines Vergleichs vorlegen kann, kann er das gepfändete Vermögen herausverlangen bzw. versteigern lassen.“

Wie funktioniert das Verfahren?

Da ein Arrestverfahren und ein nachfolgendes Hauptverfahren sehr teuer sind, muss zunächst geprüft werden, gegen welchen Hintermann es am sinnvollsten ist, gerichtlich vorzugehen. Es ist wohl kaum denkbar, dass Rechtsschutzversicherungen Verfahren gegen alle Beteiligten bezahlen werden. Dies wäre auch eher schwierig, weil bereits nach einer Sicherung des Vermögens im Arrestverfahren ein Anspruch des Anlegers befriedigt werden könnte, zumindest dann wenn die Angelegenheit auch in der Hauptsache erfolgreich gerichtlich durchgesetzt werden kann.

Anleger, die keine Rechtsschutzversicherung haben, müssen sich daher fragen, ob sie das Kostenrisiko eingehen wollen, hier ein Arrestverfahren anzustrengen. Bei diesem gilt der Wettlauf der Gläubiger. Nach dem alten Müller-Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ hat derjenige die Nase vorn, der zuerst im Arrestverfahren Vermögen erneut an die Leine legen konnte. Dies gilt für jeden betroffen Anleger individuell abzuklären und durch einen erfahrenen Fachanwalt im Bank- und Kapitalmarktrecht prüfen zu lassen.

Wird genug für alle Gläubiger da sein?

Da von einem Schadensvolumen in dreistelliger Millionenhöhe auszugehen ist, werden auch die jetzt arrestierten und veröffentlichten Werte nicht annähernd ausreichen, um die Ansprüche der Anleger zu befriedigen. Geschädigte Anleger, die Ansprüche geltend machen möchten, sollten daher handeln und nicht abwarten. Eile ist geboten, wenn man nicht im Rennen der Gläubiger leer ausgehen bzw. sich mit minimalen Quoten in verschiedenen Insolvenzverfahren begnügen möchte.

Die Rechtsanwälte wissen aus Erfahrungen ähnlicher Verfahren, dass es ratsam für die betroffenen Anleger und ihrer Familien ist, die persönlichen Emotionen in eine sachliche Vorgehensweise zu bündeln, um die  Anspruchschancen zu erhöhen. Alle Interessierten Anleger können sich für die Informationsveranstaltung am 11.02.2014 in Berlin unter info@hilfe-infinus.de  anmelden.